Archive for November 2010

Samstag vor dem Winteranfang

November 13, 2010

Es hat Föhnwetter eingesetzt und es stieg die Temperatur von 6 Grad Freitagmorgen auf fünfzehn Grad Samstag 12.45 MEZ bei starkem Wind so daß für die Nacht fast eine Sturmwarnung ausgegeben werden muß, Gefährdungspunkte sind Baugerüste und Krananlagen sofern sie vor dem Winter nicht abgebaut wurden und tatsächlich sind Zelte auf dem Marktplatz aufgebaut für einen Weihnachtsmarkt, dieses wirkt etwas surreal weil es tatsächlich fünfzehn Grad hat und die Sonne scheint,  es kommen selbst dann nicht die Stürme so überraschend, daß Schäden an Außenanlagen und Bäumen eintreten.

Nahestehende Termine sind die Lesung von Bernhard Schlink, der mit dem Buch „Der Vorleser“ zur Oskar-Filmvorlage wurde, im Zusammenhang wurde eine literarische Aufarbeitung des Ausschwitzprozesses in Frankfurt 1968 die „blutige Brigida“ versucht von einem Verwaltungsrichter in Hannover und Hilfsrichter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe  jedoch lässt sich anhand des Buches in der Druckfassung die Verwendung öffentlich zugänglicher Quellen wie Presseberichte und Protokollbände zu Gerichtsakten nicht unterscheiden, ein Anwalt kann Einsicht in die Gerichtsakten sowie Vernehmungsprotokolle nehmen jedoch wird aus Akten selten verkaufsfähige Literatur und daher hat man den Moonlightigjob eines Bernhard Schlink hinzunehmen, der Grundsatz bleibt dann, inwieweit galt die Wahrheitsfindung und Ermittlung als therapeutischer Prozess und inwieweit galt eine Einlassung als Beteiligung, damit kommt man um Berhard Schlink den schreibenden Richter nicht herum, das Beste wäre eine Literaturkritik zu verfassen, Termin und Ort sind die Stadtbücherei in Schwäbisch Gmünd und die Praxis ist Rechtsanwendung und Literaturpraxis, eine Einladung soll für den 12. Dezember 2010 formuliert werden.

Heute am 13. November spielt John Fogerty von Creedence Clearwater Revival  in Café Ex Libris, bekannt ist “ I see the bad moon rising“, das Gegenstück zur Tanzstunde.

Für den Kulturwinter in Gschwend ist Teresa Salema aka Teresa Cadete für den 28. Januar vorgemerkt, sie wurde 1947 in Lissabon geboren und verbrachte 1965 bis 1975 an der Freien Universität in Berlin und danach am Literaturinstitut in Lissabon und wurde 2003 die Sprecherin des PEN in Portugal, die Liste der Veröffentlichungen ist lang, herausragend sind Ästhetische und politische Schriften bei Friedrich Schiller,  eine Thematik, die dem 10. Schuljahr entspricht, in der Abwechslung kam jedoch portugiesisch ins Konzept, das die Lusophonie und Schriftsprache in der Dekolonisierung ausspricht, man hat eine Nationaliteratur in Europa vor sich, für Facebook eignen sich zunächst Architekturblogs, für die Ökonomiedebatte die Umlaufrendite der Staatsanleihen Call stieg auf 5,5 %, es ist ein erheblich schlechte Position von Staatspapieren erreicht, dieses jedoch weil die Emission, die bei der Staatsbank verblieben ist zu einer Nettokreditaufnehme von 4 % in der Steigerung führte, dafür sind S-Bahnhöfe, Flughafengebäude, Infrastruktur meist im Postmodernistischen Stil zu bewundern,  es ist gut für die Architekturdebatte, von der Literatur muß jedoch der Platz für Verlage und Bücher und Druckereien kommen  und natürlich, eine Sprache muß gepflegt werden.

Daher wird das Reiseprogramm Gschwend ins Bilderhaus mit Germanwings Lissabon-Stuttgart, danach Interregio und RBS sowie nur einem Gasthaus uns einen Spiegel vorhalten, selbst das Billigmotel in Spraitbach ist nicht ohne Taxi zu erreichen, Gschwend hat 100 Teilgemeinden  und daher ist in der Fläche, auf dem Land, im Wald Kulturpolitik essentiell, man weiß jedoch nie, was man sich an den Hals bindet bevor man in deren Spaßbad einsteigt, Literatur wird jedoch nie an Orten gedeihen die deren Maßstäben und Infrastruktur feindlich sind, daher hilft es eben kaum die Frau Professorin aus Lissabon einfliegen zu lassen, die den Weg in die Provinz nicht scheut, weil eben das Staatsreisebüro den Flug und die Hotelkosten begleicht,   Schwäbisch Hall dürfte daher die besseren Ausgangsbedingungen haben, Gschwend bleibt jedoch die einladende Gemeinde.

Es spricht Edzard Reuter Ex-Vorstand von Daimler Chrysler aus Stuttgart mit Wolfgang Heim vom swr, es ist eben dies die Dialektik von Provinz denn nie scheiterte ein Weltkonzern spektakulärer.

Es findet heute ein Bundeskongreß der CDU in Karlsruhe statt, der in der Süddeutschen kommentiert wird, Vorstandmitglieder sollen Ursula von der Leyen und Norbert Röttgen werden, Karlsruhe wird als verschnarchte Beamtenstadt dargestellt.

Philosoph vom Dienst war Peter Sloterdjik einer neuen Hochschule für Gestaltung und nach der Emeritierung nach Wien abgewandert wo bekanntlich nach Schließung des Südbahnhofes der Bär tobt, Provinz ist überall.